Seriöse DVD-Kritik zu TOTAL RECALL (1990)

(Der folgende kurze Text ist eines meiner Ergebnisse aus der Übung „Kritisches Schreiben“ im vergangenen Semester und bemüht sich daher verzweifelt um eine entsprechende Seriosität*. Man möge sie mir verzeihen.  Deshalb die ganz persönliche Geschichte vorweg:

Auf diesen Film gestoßen bin ich dank Marc Alaimo, der in Deep Space Nine meinen liebsten Star-Trek-Bösewicht mit ätzendem Charme verkörperte, und der wunderbaren Trash-Odysee, auf die ich mich um seinetwillen begeben habe. TOTAL RECALL war die Krönung meines Irrwegs durch 80er-Jahre-Actionserien und SciFi-B-Movies, in denen mein liebster Star-Trek-Bösewicht eine namenlose Nebenrolle gespielt hat, und ist aus Gründen, die der Text unter seiner seriösen Oberfläche hoffentlich sichtbar macht, zum Lieblingsfilm avanciert. Fast noch lieber mag ich ihn wegen der hier gefeierten DVD-Veröffentlichung, weil sie eben so schnieke aussieht und beim Wühlen auf der Plattenbörse im Landtag ebenso zufällig zu mir fand wie der Film selbst. Und jetzt ist mein selbstverliebtes Einführungsgefasel fast schon länger als der eigentliche Text, darum:
Seriosität ab!)


DVD-Fundstück: TOTAL RECALL (Paul Verhoeven, 1990) – Special Edition, Kinowelt Home Entertainment, 2001

total recallVerwackeltes Bild meiner DVD-Hülle. So ungefähr muss man sich das jedenfalls vorstellen.

Diese deutsche DVD-Veröffentlichung von Paul Verhoevens SciFi-Action-Klassiker TOTAL RECALL (1990) ist eine Hommage im schnieken Pappkarton. Beim Aufklappen zollt ein rot schimmerndes Marslandschafts-Panorama der noch immer beeindruckenden Ausstattung Tribut. Die zahlreichen Extras zum Hauptfilm, der auch in einer HD-Version beiliegt, bieten eine Retrospektive auf einen Film, an dem nicht nur dem Regisseur und Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger offenbar immer noch viel liegt. Im Audiokommentar kramen die beiden zehn Jahre nach dem Kinostart der so trashig-bunten wie cleveren Philipp-K.-Dick-Adaption in Erinnerungen an den Dreh. Verhoeven ergründet die Themen mit einem gewissen Erklärbär-Charme, aber es macht Spaß, den beiden beim Zweimann-Klassentreffen zuzuhören.

Tiefer steigt der Kommentar des deutschen Kinematografen Jost Vacano in die Materie ein: Er berichtet von Disputen zwischen Kameramann und Filmarchitekt und diskutiert Verhoevens nicht gerade zimperlichen Gewaltdarstellungen. Das detaillierte Durchleuchten von Setdesign und Effekten ist gerade aus heutiger Sicht das Spannendste, denn: „Everything that is seen in this film is created on camera“ (Verhoeven). Sehenswert ist die halbstündige Dokumentation „Imagining Total Recall“, die die Produktion von der Idee bis zur Veröffentlichung aufrollt und unter andrem zeigt, dass Arnold Schwarzenegger keineswegs nur Cashcow, sondern auch Herz des Films war. Jener hat heute zwar schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel und ein Remake hinter sich, bleibt aber ein nach wie vor einzigartiger, charmanter Mix aus Dystopie und humorvoller Arnie-Action, der so sicher kein zweites Mal gedreht werden kann.

 

*Und nicht etwa „Seriösität“, wie ich fälschlicherweise glaubte! Wieder was Neues gelernt.

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